Geschichtliche Hintergründe des Schauspiels

Die große Zeit der Staufer
Wir befinden uns im 12. Jahrhundert. Kaiser Friedrich Barbarossa (Kaiser von 1152 bis 1190) hat die Stellung des staufischen Herrscherhauses wesentlich ausbauen können. Sein Sohn Heinrich VI. wurde unangefochten als Kaiser bestimmt. Sein plötzlicher Tod erforderte 1198 eine erneute Königswahl. Aufgrund der Uneinigkeit der Kurfürsten im Lande wurden mit dem Staufer Philipp von Schwaben (Sohn Kaiser Friedrich Barbarossas) und dem Welfen Otto IV zwei Adelige aus verschiedenen Herrscherhäusern zum König gewählt. Der staufisch-welfische Thronstreit überschattete die Reichspolitik über lange Jahre und verursachte eine tiefe Zerissenheit im deutschen Volk.

Die Bedeutung Würzburgs in dieser Zeit
Es gab engste Kontakte zwischen dem staufischen Herrscherhaus und den Würzburger Bischöfen. Kaiser Friedrich Barbarossa hielt eine Reihe von Reichstagen in Würzburg ab und feierte 1156 auch seine Hochzeit mit Beatrice von Burgund in Würzburg.
Der Würzburger Bischof Konrad von Querfurt war gleichzeitig Reichskanzler (=Vorsteher des königlichen Büros) vom Kaiser und König Heinrich VI. und später auch vom König Philipp von Schwaben. Damit war er einer der einflussreichsten Personen im Umfeld der jeweils Herrschenden im Deutschen Reich. Er begann u.a. die neue Befestigung der Marienberges in Würzburg und gründete im Jahre 1200 Karlstadt.

Die Ravensburger und die Falkenberger
Die Ravensburger zählten zu den vornehmsten Ministerialgeschlechtern unseres Raumes. Die Freundschaft mit Friedrich Barbarossa und die Verwandtschaft mit dem Reichsmarschall Heinrich von Kalden prägte die enge Beziehung zum staufischen Herrscherhaus. Neben ihrem Sitz zwischen Dom und alter Mainbrücke in Würzburg errichteten sie ungefähr in der Zeit um 1170 zwischen dem heutigen Veitshöchheim und Thüngersheim eine mächtige Befestigung, die sog. Ravensburg.

Die Falkenberger waren Lehensleute der Ravensburger mit wesentlich geringerer Machtbefugnis eher dem niedrigen Adel zuzuordnen. Ihre Burg war oberhalb der heutigen Gemeinde Erlabrunn auf dem Falkenberg (heute Volkenberg). Sie wären geschichtlich vermutlich niemals besonders in Erscheinung getreten, wäre da nicht die Verlobung Heinrich Hund von Falkenberg mit Griselda von Ravensburg im Jahre 1202 gewesen.

Wir befinden uns mitten im Stück und das Schicksal nimmt seinen Lauf.